Die biblische Überlieferung der nachösterlichen Präsenz Christi bei den Seinen bleibt chronologisch unklar:
Beide Stellen verheißen die baldige Gabe des Geistes Gottes.
Es geht also nicht um Termine, sondern um die andere, bleibende Erfahrung des Auferstandenen „nach“ seinem Gang zum Vater (Joh 20,17).
Diesen hatte die junge Kirche zunächst am 50. Tag der Osterzeit mitgefeiert, bevor sich noch im 4. Jh. ein eigenes Fest der „Himmelfahrt Christi“ am 40. Tag etablierte.
So ist, „was an unserem Erlöser sichtbar war, … übergegangen auf die sacramenta (= gefeierte Heilsgeheimnisse = Liturgie) der Kirche“ (Leo I.), in denen Christus „seiner Kirche immerdar gegenwärtig ist“ (Liturgiekonstitution 7).
Das Himmelfahrtsfest entfaltet Christi Erhöhung zum Vater zugleich als Erhöhung der von Christus befreiten und aus dem Totenreich „erbeuteten“ Menschen, wie die altkirchliche Tradition es im gregorianischen Halleluja-Vers am Festtag ausgedrückt findet: „Du zogst hinauf zur Höhe, führtest Gefangene mit.“ (Ps 68,19a)