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Der Sonntag
09.09.2016

Christentum als Bildungsreligion

Warum der Glaube auch zu denken gibt. Verblüffende Antworten

 

 

Gehört Bildung zum Glauben und Glaube zur Bildung?

 

Diese Frage stellt im Mittelpunkt des jüngsten Buches des Bochumer Neutestamentlers Thomas Söding – „Das Christentum als Bildungsreligion. Der Impuls des Neuen Testaments“ (Herder-Verlag).

 

Für Söding gibt es aufgrund der biblischen Basis keine Zweifel. Glaube braucht Bildung und Bildung braucht auch die theologische Reflexion.

 

Der Glaube hängt nicht von der Intelligenz ab, aber er gibt zu denken.


Das Christentum ist sicher nicht nur eine Religion für Gebildete, aber es ist „eine Religion, die auf Bildung setzt“, unterstreicht Söding.

 

Als Religion des Glaubens zielt das Christentum auf die Formung des gesamten Lebens, es setzt auf die Weitergabe des Glaubens durch Lehren und Lernen.

 

In großen Kapiteln entfaltet Söding eine christliche Bildungs-Theologie und -Pädagogik:

 

Bildung im Spiegel des Neuen Testaments,

  • Jesus als Lehrer,

  • die Gleichnisse Jesu,

  • die Bergpredigt,

  • das Johannesevangelium,

  • Paulus und seine Schule.

 

Wichtig für den diözesanen Erneuerungsprozess in der Erzdiözese Wien ist Södings Statement über „Katechese und Mission“.


Bei Paulus und seiner Schule etwa können drei Wegweiser für religiöse Bildung gesteckt werden:

 

  1. Bildung ist erstens theologisch wesentlich, weil der Glaube nicht nur Vertrauen und Bekenntnis, sondern im Grunde eine Erkenntnis ist.

  2. Bildung sei zweitens eine Kernaufgabe der Kirche und

  3. drittens sei Bildung Berufung, eine Gabe und Aufgabe von Gott.


Anregend ist die Beschreibung des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lukas-evangelium 2,41-52), wo der Schüler Jesus als ein Lehrer erscheint, weil er intelligent fragt und antwortet.