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22.03.2018

Die Beichte als zentraler Schatz des Christentums

Das Sakrament der Beichte ist „keine Gerichtssituation“, sondern heilsam und barmherzig...

 

Die Beichte mit Reue, Sündenbekenntnis, Lossprechung durch einen Priester und einer Wiedergutmachung lebt von den vielfältigen Formen von Buße.

 

Nur wenn die Christinnen und Christen entdecken, dass Versöhnung miteinander und mit Gott (und nicht zuletzt mit sich selbst) das Leben lebenswerter macht, hat auch die Beichte wieder eine Chance“, sagt der Wiener Universitätsprofessor für Pastoraltheologie, Johann Pock, zum SONNTAG. Dies beginne seines Erachtens „mit einem sehr frühen Einüben von Versöhnung in der Familie und in der Schule.

 

Aber auch das Angebot unterschiedlicher Versöhnungsformen und das Ernstnehmen der bereits vorhandenen Bußformen, wie dem Schuldbekenntnis oder der Vaterunser-Bitte ist wichtig“. Pock: „Die Beichte darf nicht als ,Gerichtssituation’ wahrgenommen werden, sondern als heilsames, barmherziges Gespräch; als Quelle von Wiedergutmachung und Umkehr.“

 

Beichte ist wertvoller Schatz

Die Beichte stellt „einen unendlich wertvollen Schatz des Christentums dar“. Was sie von einem gewöhnlichen seelsorglichen Gespräch unterscheidet, ist die Möglichkeit, für schwere Sünden eine „Absolution“ zugesprochen zu bekommen.

 

Pock: „Vergebung der Sünden geschieht dabei von Gott her. In der Beichte kann die eigene Lebensgeschichte mit ihren Brüchen angesehen und ein Schritt in die Zukunft gemacht werden; nicht durch Verharmlosung der Sünden, sondern mit der Zusage: Ich bin trotz und mit diesen Sünden ein von Gott geliebter Mensch.“

 

Beichte ermöglicht somit, „dass man nicht von der eigenen Schuld hinabgedrückt wird. Und die Beichte zeigt uns die unbedingte und unverdiente Liebe Gottes“, unterstreicht der Pastoraltheologe: „Wem aber viel vergeben wird, der kann auch selbst leichter ein versöhnter und versöhnender Mensch sein.“