Etwa um 316 in Sabaria (heute Szombathely = Steinamanger) als Sohn eines römischen Tribunen geboren, zeigt sein Name Martinus (zum Kriegsgott Mars gehörig), was der Vater mit ihm vorhatte.
So wurde er schon mit 15 Jahren wohl nicht ganz freiwillig zur römischen Armee
eingezogen. Martin lehnte Krieg und Blutvergießen ab und versuchte das Beste aus der Situation zu machen. In diese Zeit fällt die bekannte Begegnung mit dem Bettler am Stadttor von Amiens nördlich von Paris.
Später kehrt er nach Frankreich zurück und lebt dort als Einsiedler. Als der Bischofsstuhl von Tours 371 verwaiste, wollte das Volk Martin zum Bischof haben. Mit einer List wurde er aus seiner Klause gelockt – nur die Legende mit den Gänsen stammt aus jüngerer Zeit. Martin blieb auch als Bischof bescheiden, offen für alle und ein Kämpfer für Einigkeit und Frieden. Er starb 397 bei einer Reise.
Als König Chlodwig I. (466-511) in Reims getauft wurde, erwählte er den heiligen Martin zum Schutzherrn der Franken. 791 unternahm Karl der Große seinen ersten Kriegszug gegen die Awaren. In der Folge kam es in unserem Gebiet zu Kirchengründungen durch die Karolinger, so z. B. in Traismauer, in St. Andrä und vermutlich auch in Klosterneuburg (siehe Bild).
Alle Kapellen, nicht mehr existierende Martinskirchen bzw. solche, bei denen später das Patrozinium geändert wurde, mit eingerechnet, gibt bzw. gab es alleine in Österreich ca. 260 Martinskirchen.