Buchstabenspiele, Wortfindungsspiele und einfache Rechenspiele, klassische Koordinationsübungen, Gleichgewichtsübungen, oder auch ein Gruppentanz – wenn nicht anders möglich auch gerne mal im Sitzen.
Das alles und noch mehr ist das Programm „LIMA –Lebensqualität im Alter“. Das Programm eignet sich für Menschen, die sich mit dem eigenen Älterwerden beschäftigen – nach oben hin gibt es keine Grenze.
Entwickelt wurde LIMA auf Basis einer Studie, die ein Forscherteam rund um Professor W.D. Oswald Anfang der 90er Jahre an der Universität Erlangen begonnen hatte.
„Bedingungen der Erhaltung und Förderung von Selbstständigkeit im höheren Lebensalter - SimA“ hieß die Studie, mit der am Ende belegt werden konnte, dass regelmäßig durchgeführte Übungseinheiten, besonders die Kombination von Gedächtnistraining und Bewegung, die Gedächtnisleistungen, den Gesundheitsstatus und die Selbstständigkeit der Teilnehmer verbessern und über mehrere Jahre stabilisieren.
In der Erzdiözese Wien gib es LIMA seit 20 Jahren. „LIMA ist ein Programm, das ganz besonders gut zu uns als Katholische Kirche passt,“, sagt Beatrix Auer, „denn es sieht den Menschen als Ganzes, er besteht aus mehr als aus seinen Defiziten.“
Konkret bedeutet das: Das Programm stützt sich auf vier Säulen: Gedächtnistraining, Bewegungsübungen, Lebens- und Alltagsthemen und schließlich die Sinn- und Glaubensfragen.
Beim Gedächtnistraining stehen Tipps, Tricks und Übungen für ein besseres Gedächtnis, die Förderung der Merkfähigkeit und der Konzentration im Vordergrund. Immer wieder werden die Übungen wiederholt, um die Merkspanne langsam Schritt für Schritt zu erhöhen.
Dazu gibt es Bewegungsübungen, die vor allem eines machen sollen: Spaß. Darüber hinaus aber fördern sie auch die Koordination und Beweglichkeit. Oft werden dafür Alltagsgegenstände verwendet – leere Wasserflaschen als Hanteln etwa. Aus alten Strümpfen wird schnell einmal ein Gymnastikband („Terraband“).
„Wenn eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer dabei etwas nicht so gut machen kann, ist das natürlich kein Problem“, sagt Beatrix Auer: „Bei LIMA geht es generell nicht um Perfektion, es soll Spaß machen und das Leben besser machen. Es soll heraus-, aber nicht überfordern.“
Veränderungen im Alter, Wohnen, Ernährung, neue Medien, Gespräche und Austausch mit anderen – darum geht es bei der Säule Lebens- und Alltagsthemen.
Und schließlich noch die Sinn- und Glaubensfragen, bei denen die sinnvolle Gestaltung des Alterns, Hoffnungen und Sehnsüchte, Zweifel und Ängste, Krankheit und Leid, Einsamkeit, und Abschied im Mittelpunkt stehen.
„Es sind Themen, die viele Menschen oft besonders im Alter sehr beschäftigen“, sagt Beatrix Auer, „wer nicht mehr so kann, wie er gerne möchte, oder wer viel allein ist, kommt unter Umständen schnell ins Grübeln und ist wahrscheinlich froh über ein Gegenüber bei diesem Grübeln.“
Generell, sagt Beatrix Auer, sei eine der vielen Stärken von LIMA, dass es Sozialkontakte in der Gruppe ermöglicht. „Wir sehen immer wieder, dass Einsamkeit vor allem im Alter ein großes Thema ist. Und in eine LIMA-Trainingsgruppe zu gehen bedeutet dann nicht nur, dass ich mir – meinem Körper, meiner Seele, meinem Geist – etwas Gutes tue. Ich komme auch unter Leute und bin nicht allein.“
„Die Erfahrung zeigt: Je älter man wird, desto wichtiger ist es, beweglich zu bleiben – körperlich, soweit möglich, aber vor allem auch geistig. Damit erhalte ich so gut es geht die eigene Selbständigkeit und das ist die beste Gesundheitsvorsorge überhaupt“, sagt Beatrix Auer: „Alt wird mein Körper und mein Geist sozusagen von alleine. Aber ich muss nicht immer tatenlos zusehen, wie das passiert.
Oft kann ich versuchen, etwas zu tun, um fit zu bleiben. Oder wieder fitter zu werden und versuchen die Grenzen, die mir das Leben steckt, auch mit ein bisschen Training wieder etwas zu weiten.“
Und Beatrix Auer ermutigt in diesem Zusammenhang dazu, jederzeit mit diesem Trainieren neu oder auch wieder anzufangen. „LIMA Gruppen gibt es in vielen Pfarren der Erzdiözese Wien“, sagt sie: „In der eigenen näheren Umgebung nachzufragen, ist deshalb eine gute Idee.“