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24.01.2020

Wiener Grabesritter helfen aus dem Irak geflohenen Christen

Komturei Wien des Ritterordens vom Heiligen Grab brachte 15.000 Euro für Hilfsprojekt des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem in Jordanien auf.

Die Komturei Wien des Ritterordens vom Heiligen Grab fördert ein Hilfsprojekt des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem für irakische christliche Flüchtlinge in Jordanien. Dabei gehe es vor allem darum, mittellosen christlichen Flüchtlingen Wohnmöglichkeiten und Arbeitsmöglichkeiten zu beschaffen, damit sie ihr Schicksal, "soweit es geht, selbst in die Hand nehmen können". Das betonte der Leitende Komtur, Wilhelm Kraetschmer, in einer Pressemitteilung.

 

Im Vorjahr hatte die Komturei Wien 15.000 Euro für das humanitäre Projekt aufgebracht, auch im heurigen Jahr werden die Wiener Grabesritter die Initiative des Lateinischen Patriarchats für die irakischen christlichen Flüchtlinge in Jordanien unterstützen. Auch andere Komtureien haben bereits ihr Interesse angemeldet, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen, das der zentralen Aufgabe des Ritterordens vom Heiligen Grab entspricht, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Das Lateinische Patriarchat ist für Israel, die palästinensischen Gebiete, Jordanien und Zypern zuständig.

 

Der Generaldirektor in der Verwaltung des Lateinischen Patriarchats, Sami al-Yousef, hat den Rittern und Damen der Wiener Komturei für die großzügige Unterstützung gedankt. Die christlichen Flüchtlinge aus dem Irak seien im August 2014 - als die IS-Terroristen Mosul und die Ninive-Ebene eroberten - nach Jordanien gekommen. "Diese Christen sind geflüchtet, weil ihre Grund- und Menschenrechte aufs Äußerste gefährdet waren, sie haben ein besseres Leben gesucht, aber ihre Erwartungen sind teilweise enttäuscht worden", berichtete al-Yousef.

 

Diese Menschen seien besonders verletzlich, sie seien in Jordanien bei ihrem Streben nach einem Leben in Gerechtigkeit und Würde mit ungeheuren Herausforderungen konfrontiert. Es gebe oft keine Arbeitserlaubnis, die Flüchtlinge hätten aber auch keine Finanzmittel, um in Jordanien zu investieren und kleine Betriebe aufzubauen. Viele Flüchtlinge hätten wegen der Umstände ihrer Flucht erhöhten medizinischen und psychologischen Bedarf. Ein großes Problem sei auch, dass die Flüchtlingsfamilien sich die Schul- und Studiengebühren für die Kinder und Jugendlichen nicht leisten können.

 

Das Lateinische Patriarchat habe sich daher bereits im Sommer 2014 entschlossen, für diese Christen, die oft praktisch mittellos nach Jordanien gekommen seien, ein "humanitäres Projekt" zu entwickeln, so al-Yousef. Das Patriarchat leiste den marginalisierten christlichen Familien finanzielle und spirituelle Hilfe. Viele Initiativen seien in diesem Zusammenhang entwickelt worden, zum Beispiel durch die Zurverfügungstellung von Übergangswohnungen, die Einrichtung von Arbeitsprojekten, damit die Familien etwas verdienen können, die Gewährleistung von medizinischer Hilfe und den Aufbau von Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Während seines jüngsten Besuchs im "Our Lady of Peace Center" in Amman traf al-Yousef mit christlichen irakischen Flüchtlingsfamilien zusammen. Die Geschichten über die Flucht vor den IS-Terroristen seien "herzzerreißend" gewesen, aber "es war auch herzerwärmend zu hören, wie die Hilfe der Kirche diesen Menschen ein würdigeres Leben ermöglicht und Hoffnung gegeben hat", berichtete er.