Die Bibel wieder häufiger in die Hand zu nehmen, dazu soll - nach dem Wunsch der Österreichischen Bischöfe - der neue "Sonntag des Wortes Gottes" (26.1.) motivieren. Diesem Anliegen folgt radio klassik Stephansdom, der Sender der Erzdiözese Wien, derzeit mit der Sendereihe "Achtung Bibel!"
Seit Beginn der österreichischen Initiative "Drei Jahre der Bibel" wird darin monatlich "ein neuer Blick auf die alte Schrift" geworfen, so das Konzept der Theologin Stefanie Jeller: "Beim Bibellesen ergeben sich ja nicht nur Impulse für den Glauben, sondern auch viele Fragen."
Wie ist das mit der pauschalen Rede über die Juden? Oder mit der Stellung der Frau? Und warum muss ein Blinder erst geheilt werden, bevor er zum Jüngerkreis um Jesus gehören kann? In anschaulich gestalteten Radiofeatures wird das, was die Bibelwissenschaft etwa in der Frauenforschung, in den "Disability Studies" oder in der Frage nach dem Antijudaismus erforscht hat, allgemein verständlich zu Gehör gebracht.
Alle Sendungen stehen zum Nachhören übersichtlich auf https://radioklassik.at/achtung-bibel/: In "Fairness für Pharisäer" (17.6.2019) war u.a. der Schweizer Judaist P. Christian Rutishauser SJ zu hören. In "Apostelin, Prophetin, Göttin" (18.3.2019) sprach die Grazer Alttestamentlerin Irmtraud Fischer. Um die blinde deutsche Exegetin Susanne Krahe ging es in "Wenn Heilungsgeschichten verletzen" (14.1.2019).
Auch um die Bibel als Kulturgut, das Alltagssprache und moderne Literatur prägt, geht es in der Reihe "Achtung Bibel!" So startete die Reihe mit "Harry Potter und Bibel" (17.12.2018). Der Neutestamentler Christoph Niemand erklärte, warum der "ganze Plot der Pottersaga zwischen der Schlange aus dem Buch Genesis und dem Kapitel über die Auferstehung im 1. Korintherbrief steht."
Demnächst geht in der Reihe "Achtung Bibel!" um biblische Redewendungen im Alltag: "Wer andern eine Grube gräbt…" (12.2., Beginn 17.30 Uhr), u.a. mit Bibelwerksdirektorin Elisabeth Birnbaum; biblische Wortspiele in der Lyrik des Priesters Andreas Knapp stehen im Fokus der Sendung "osternachtstraum" (15.4., Beginn 17.30 Uhr);
im Wonnemonat Mai wird der Innsbrucker Neutestamentler Andrew Doole über die neue Forschung zu erotischen Metaphern im Johannesevangelium berichten: Der "intime" Jesus (13.5., 17.30 Uhr); und unter dem Titel "Endlich verständlich" kommen Menschen mit Down-Syndrom zu Wort sowie Claudio Ettl, einer der Autoren der "Bibel in Leichter Sprache" (9.3., 17.30 Uhr)
Auch auf der Website des Österreichischen Katholischen Bibelwerks ist "Achtung Bibel!" zum Nachhören online: http://www.jahrederbibel.at/pages/jahrederbibel/home/bibelhoeren.
Bibelwerksdirektorin Elisabeth Birnbaum freut sich über das neue Sendeformat. "Wir leben in einem medialen Zeitalter. Medienformate zur Bibel sind daher sehr wichtig. Sie inspirieren und motivieren und zeigen die Vielfalt der Möglichkeiten, sich der Bibel zu nähern."
Als Musikkennerin gestaltet Birnbaum auf radio klassik auch vierteljährlich eine Einführung zu biblischen Oratorien. Nächster Termin ist 23.2., 19 Uhr (Musica Sacra), "Ein Manifest des Glaubens" über Händels Messiah.
Die Bibel ist auf radio klassik jeden Sonntag präsent: Dompfarrer Toni Faber liest das Sonntagsevangelium in der überarbeiteten Einheitsübersetzung. Kardinal Christoph Schönborn liest seine aktuelle Auslegung dazu. Nachzuhören als Podcast: unter: radioklassik.at/programm/podcast/?podcat=Evangelium&podcatid=230
radio klassik Geschäftsführer Julien Fenkart macht darauf aufmerksam, dass der Sender der Erzdiözese Wien nicht nur klassische Musik bietet, sondern auch Sendungen über Kirche und Glaube. "Unser Anliegen ist es, den Hörerinnen und Hörern eine 'Oase' im Alltag zu bieten und Räume zum Aus- und Durchatmen."