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06.03.2020

"Nachbar in Not" warnt vor humanitärer Katastrophe in Nordwestsyrien

Caritas-Auslandshilfe-Chef Knapp: "Wir wollen diese verzweifelten Menschen nicht alleine lassen".

Die Stiftung "Nachbar in Not" und der ORF bitten um Spenden für die Flüchtlingshilfe in Syrien: Die erneute Eskalation des Bürgerkriegs in der Provinz Idlib mache weitere Hilfe dringend notwendig, mahnte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Freitag in einer Aussendung.

 

Zwar hätten die Österreicherinnen und Österreicher bereits mehr als 15,7 Millionen Euro für die Hilfsaktion von ORF und "Nachbar in Not" gespendet, doch die Situation der Menschen und die Lage in den Flüchtlingscamps, "in denen es an allem fehlt", mache erneute Spendenaufrufe notwendig. In Syrien herrsche seit neun Jahren Krieg. "Wir wollen diese verzweifelten Menschen nicht alleine lassen", so auch Andreas Knapp, Generalsekretär Internationale Programme der Caritas Österreich.

 

Erneut 900.000 Menschen auf der Flucht

Seit dem erneuten Ausbrechen der Kämpfe im Dezember vergangenen Jahres seien weitere 900.000 Menschen in Nordsyrien auf der Flucht, schilderte Knapp. Fast ein Drittel der drei Millionen Menschen, die im Nordwesten Syriens leben, ist also vertrieben worden.

 

Die Menschen stünden in Folge des jahrelangen Bürgerkriegs vor dem Nichts, mithilfe der Spenden könnten die Hilfsorganisationen "Tausenden von ihnen helfen und ein Stück Hoffnung zurückgeben", betonte Knapp. Ähnlich auch Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes: Für die in Syrien lebenden Menschen sei der jahrelange Krieg "eine nicht endende Katastrophe". "Bei so lange andauernden Notlagen brauchen auch die Helferinnen und Helfer einen langen Atem", betonte Opriesnig.

 

Besonders prekär ist laut Hilfsorganisationen die humanitäre Situation in den Flüchtlingscamps, wo es an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten mangle. Zudem sei die medizinische Versorgung schlecht, "viele Menschen sterben, weil Krankenhäuser in Trümmern gelegt wurden".

 

Neben der Caritas gehören "Nachbar in Not" auch Diakonie, Care, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe an. Die Hilfswerke sind seit Ausbruch des Syrien-Krieges in Syrien selbst, aber auch im Libanon, in Jordanien, der Türkei und im Irak aktiv.