"Die Erzdiözese Wien hofft auf eine rasche und restlose Aufklärung der Vorgänge rund um den Wiener Stadterweiterungsfonds": Das hat Diözesansprecher Michael Prüller gegenüber Kathpress bekräftigt. Die Erzdiözese Wien hat demnach vom Stadterweiterungsfonds im Jahr 2008 einen Zuschuss von 250.000 Euro für den Bau einer Kirche in der Seestadt in Wien-Aspern erhalten. Dieser sei immer noch vorhanden, da man das Geld als Rücklage für den geplanten Bau zweckgewidmet habe. Sollte es sich herausstellen, dass der Zuschuss rechtswidrig vergeben worden sei, werde er "selbstverständlich zurückgegeben", erneuerte Prüller eine bereits 2013 gegebene Erklärung.
Im Zusammenhang mit diesem Fondszuschuss - sowie bei weiteren Vergaben - hatte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen drei Beamte im Innenministerium Anklage wegen Untreue und teilweise wegen Amtsmissbrauchs erhoben. Sie sollen den Fonds durch Vergabe an ihnen nahestehende Organisationen um insgesamt 1,1 Millionen Euro bewusst geschädigt haben - wobei laut einem Bericht des "Kurier" (Montag) in der Causa ab Juli mit einem Urteil zu rechnen ist.
Aus der geplanten Seestadt-Kirche ist mittlerweile ein Teil des interreligiösen Projekts "Campus der Religionen" geworden, für das im selben Gebäude Gottesdiensträume für alle großen Religionsgemeinschaften in unmittelbarer Nähe des künftigen Campus der Hochschule KPH Wien/Krems untergebracht werden sollen. Für das Vorzeigeprojekt, von dem sich auch die Gemeinde Wien eine integrative Wirkung für die künftige Seestadt-Bevölkerung verspricht, endete am Montag die Einreichfrist für einen Architekturwettbewerb, so Prüller zum derzeitigen Zwischenstand.
Hinsichtlich der Untreue-Anklage der Staatsanwälte gehe die Erzdiözese weiter davon aus, dass alles seine Richtigkeit gehabt habe, betonte der Sprecher. Man habe ordnungsgemäß um Subvention angesucht, und es sei damals versichert worden, dass diese dem Stiftungszweck des Fonds entspreche.