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22.10.2020

Verstärkung für die Seelsorge: Acht neue PastoralassistentInnen für Wien und Niederösterreich

Kardinal Schönborn erteilte am Mittwoch, 21.10.2020 acht Männern und Frauen nach ihrer mehrjährigen Ausbildung im Rahmen einer feierlichen Eucharistiefeier die Sendung zu Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten in der Erzdiözese Wien.

Nach einer mehrjährigen Ausbildung wurden gestern fünf Frauen und drei Männer von Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom als Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten in ihren Dienst gesandt. Die angehenden Seelsorger wirken ab dann in unterschiedlichen Einsatzgebieten innerhalb der Erzdiözese Wien: während einige als Pastoralassistenten in einer Pfarre wirken, sind andere als Kinder- und Jugendpastoralassistenten überregional tätig oder in der Hochschulseelsorge der Wirtschaftsuniversität und der BOKU. 

 

Als Laien für die Menschen da

Die acht neuen Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen. Als hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger begleiten sie die ihnen anvertrauten Menschen auf deren (Sinn-)Suche und in deren konkreten Lebensrealitäten. Aufgrund der Vielfalt ihrer eigenen Geschichten sind sie als Seelsorgerinnen und Seelsorge gute Ansprechpartner für viele. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in jeder Pfarre, im Pflegeheim oder Spital sowie in der Kinder- und Jugendpastoral.

 

Im Dienst für die gesamte Diözese

Im Rahmen des feierlichen Gottesdienstes am Mittwoch, 21.10.2020, wurden die Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten von Kardinal Christoph Schönborn in den seelsorglichen Dienst für die Erzdiözese Wien gesendet. Ihr Einsatzgebiet kann sich daher im Laufe der Zeit entsprechend der vielseitigen Möglichkeiten und persönlichen Charismen verändern. „In Deinem Wort, in den Zeichen der Zeit und in jeder Begegnung nach Deinem Willen suchen“ ist das Motto, das sich die Kandidatinnen und Kandidaten heuer für ihre Sendungsfeier ausgesucht haben.

 

Auf der Suche sein

Kardinal Christoph Schönborn nahm in seiner Predigt Bezug auf das eindrucksvolle Motto, das die Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten für ihre Sendung gewählt haben. „Was mir an Eurem Motto aufgefallen ist, ist das ‚Suchen‘. Wer von uns kann schon sagen, ganz genau den Willen Gottes zu kennen?“, so Kardinal Schönborn. In der Bibel, die die neuen Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten überreicht bekommen, könne Gottes Wort gefunden und an andere weitergegeben werden.

 

Klopfzeichen Gottes in unserer Zeit hören

„Die Zeichen der Zeit, das sind die Klopfzeichen Gottes in unserer Zeit. Die sind nicht immer sehr laut.“ Daher gelte es, so Schönborn, in den Begegnungen wach und hörend zu sein. „Wenn man den anderen nicht von oben herunter begegnet, die Bereitschaft hat, voneinander zu lernen und aufeinander zuzugehen.“, ließe sich der Willen Gottes in jeder Begegnung finden. „Ihr habt ein wunderbares Motto ausgesucht, ich danke Euch dafür! (…) Gott in Allem suchen und finden, in seinem Wort, in den Zeichen der Zeit und in jeder Begegnung. Das wünsche ich Euch!“, so Kardinal Schönborn.

 

 

Sendung durch den Bischof

Nach der Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten und der Erneuerung des Taufversprechens folgte die Befragung zur Bereitschaft, den Glauben zu verkünden, sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. Auf die Befragung antworteten sie gemeinsam mit den Worten „Ich bin bereit“. Im Anschluss sandte Kardinal Schönborn die Kandidatinnen und Kandidaten einzeln durch Überreichung der Heiligen Schrift mit den Worten „Lebe und Verkündige das Evangelium Christi in Wort und Tat“.  Mit den Segensgebet über hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral erfolgte die Sendung der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten durch den Bischof.

 

Verschiedene Ausbildungswege

Ihre Ausbildung haben die Kandidatinnen und Kandidaten in zwei unterschiedlichen Institutionen durchlaufen. Fünf studierten Katholische Theologie und wurden für ihren Beruf im „Zentrum der Erzdiözese Wien für Theologiestudierende“ ausgebildet. Eine Kandidatin absolvierte die berufsbegleitende Ausbildung für Pastorale Berufe, zwei Kandidatinnen die Ausbildung zur Jugend- und Kinderpastoralassistentinnen.

 

Missionarische Sendung der Kirche

"Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten sind eine große Bereicherung für die Kirche und leisten ihren Beitrag in der Seelsorge für die ihnen anvertrauten Menschen. Sie sind aus dem pastoralen Leben vieler Pfarrgemeinden, Seelsorgeräume und Pfarrverbände nicht mehr wegzudenken, weil sie gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kirche und Gemeinde ganz konkret gestalten und aufbauen.“, so Mag. Thomas Pirkner-Ertl vom Zentrum für Theologiestudierende, der die Ausbildung verantwortet.

 

Von Seelsorgshelferinnen zu Pastoralassistenten

Schon am Beginn des 20. Jahrhunderts waren sogenannte „Seelsorgshelferinnen“ neben den vielen männlichen Seelsorgern im Einsatz in Pfarre und Gemeinde. Diese waren zuerst hauptsächlich Ordensschwestern, später auch ehelos lebende Frauen, die sich in der Seelsorge engagierten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Seminar für kirchliche Frauenberufe gegründet, das 1971 in ein Seminar für Kirchliche Berufe überging. Ein Jahr später wurde erstmals die Bezeichnung „Pastoralassistent“ verwendet. 1985 fand in Wien die erste Sendungsfeier für Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten durch Weihbischof Helmut Krätzl statt.

 

Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten heute

Heute versehen 238 Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten ihren Dienst in der Erzdiözese Wien und sind gemeinsam mit den etwas über 1000 Priestern und den 200 ehrenamtlichen Diakonen ein starkes Seelsorgeteam die Menschen in Wien und Niederösterreich.