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03.11.2020

Wir beugen uns nicht der Gewalt und lassen uns vom Hass nicht spalten

Vorsitzender der Bischofskonferenz: "Gläubige Menschen müssen diese Tat im Namen Gottes verurteilen, sich innerlich mit der ganzen Geistes- und Glaubenskraft dagegen stemmen"

Fassungslos und entschlossen zugleich hat sich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, zum Terroranschlag in Wien geäußert: "Welch irregeleitete, menschenverachtende Ideologie war da am Werke? Wahllos in friedlich versammelte Menschen zu schießen. Gläubige Menschen müssen diese Tat im Namen Gottes verurteilen, sich innerlich mit der ganzen Geistes- und Glaubenskraft dagegen stemmen", so Lackner in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress.

Friede, ein von allen Religionen anerkanntes Grundwort des Glaubens, sei ein kostbares Gut. Dieses gelte es zu verteidigen, "nötigenfalls durch die dafür autorisierten Einrichtungen für Recht und Ordnung". Dies sei in dieser Nacht geschehen und "dafür sind wir dankbar", so der Erzbischof und weiter: "Wir beugen uns nicht der Gewalt und werden nicht in die Alltäglichkeit flüchten."

Schließlich hielt der Bischofskonferenz-Vorsitzende fest: "Unsere Gebete gelten in erster Linie den Opfern, unser Mitgefühl den Betroffenen, die einen lieben Menschen verloren haben, die Todesängste auszustehen hatten, den Trauernden und Weinenden, jenen, die verängstigt die Nacht verbringen mussten. Stehen wir zusammen mit dem Trost des Mitleids und der Hoffnung."

 

Landau: "Wir dürfen uns durch Hass nicht spalten lassen"

Zum gesellschaftlichen Zusammenhalt hat Caritaspräsident Michael Landau aufgerufen. "Wir dürfen uns durch Hass nicht spalten lassen", so der Appell Landaus am Dienstagvormittag. Auch wenn hinsichtlich des Terroranschlags von Montagnacht noch viele Dinge unklar seien, eines stehe jetzt schon fest: "Die Schüsse trafen Unschuldige und sie treffen gleichzeitig mitten in unser Herz als Gesellschaft. Getroffen sind Werte, auf die wir uns zu Recht berufen - Freiheit, Demokratie, Toleranz und Nächstenliebe." Klar sei: "Extremismus, Gewalt und Terror haben in Österreich - in unserer Gesellschaft - keinen Platz."


"Unsere Werte werden am besten dadurch verteidigt, wenn wir sie weiterhin leben. Wenn wir weiter frei und ohne Angst handeln, denken, leben und lieben. Tag für Tag aufs Neue", so Landau weiter. Werte könnten zwar von einzelnen verraten, aber nur von allen gemeinsam bewahrt werden. Landau: "Terroristen wollen das friedliche und respektvolle Zusammenleben der Menschen zerstören. Und das darf ihnen nicht gelingen."

Es werde eine Weile dauern, ehe diese Wunden heilen, aber "unser Land hat in der Vergangenheit bewiesen, wie stark es ist", zeigte sich der Caritaspräsident überzeugt: "Gerade jetzt ist Zusammenhalt wichtig. Und gerade jetzt dürfen wir unsere Gesellschaft nicht durch Hass und Gewalt spalten lassen. Der Glaube an das Gemeinsame und die Überzeugung, dass dieses Gemeinsame stärker als das Trennende ist, sollte uns allen gerade in diesen Stunden heilig sein." Die Würde des Menschen sei unteilbar, so Landau. Nachsatz: "Es gibt nur ein Maß: die Maßeinheit Mensch."