Wegen der Covid-19-Schutzmaßnahmen können die "Theologischen Kurse" bis auf Weiteres keine Präsenzveranstaltungen anbieten, dafür werden im November insgesamt vier Vorträge im Rahmen der Reihe "Akademie am Dom" digital angeboten. Darunter sind hochaktuelle Themen wie die Präsidentschaftswahlen in den USA und ihre Folgen, theologische Antworten auf die Corona-Pandemie sowie Beiträge zu den Themen künstliche Intelligenz und die Theodizee-Frage nach dem unverschuldeten Leid im Anschluss an Albert Camus.
Anders als im ersten Lockdown bedeutet das neuerliche Veranstaltungsverbot nicht, dass gar nichts mehr stattfinden kann, versichert Erhard Lesacher, Leiter der Theologischen Kurse. Seit März seien innovative Formate erprobt worden, die nun wieder zum Einsatz kommen. Für die vier Online-Abende im November wird Interessierten gegen eine verbindliche Anmeldung aktive Beteiligungsmöglichkeit per Live-Chat angeboten. Erfreulicher Aspekt dabei laut Lesacher: Erstmals sind "Akademie am Dom"-Veranstaltungen von ganz Österreich aus gleich gut zu erreichen wie von Wien aus.
Details zu den Veranstaltungen: Bereits am Donnerstag, 5. November, um 18.30 Uhr spricht der Salzburger Religionswissenschaftler und USA-Kenner Andreas G. Weiß zum Thema "God Bless America! Religionspolitische Bruchlinien in den Vereinigten Staaten nach der Präsidentenwahl 2020". Da dieser Vortrag aber nicht vor Ort in Wien stattfindet, könne er leider nicht gestreamt werden, bedauert Lesacher.
Am Mittwoch, 11. November, geht es um die Frage: "Hat die Theologie Antworten auf die Corona-Pandemie?" Nach den Auswirkungen von Corona auf die Politik (Franz Fischler) und auf die Kirche (Regina Polak) beschäftigt sich der Mainzer Alttestamentler Prof. Thomas Hieke nun mit der theologisch-spirituell relevanten Frage: Ist Gott für die Pandemie verantwortlich?
Künstliche Intelligenz verbunden mit der Frage, was nach bezahlter Arbeit kommt, steht im Mittelpunkt der Ausführungen von Peter G. Kirchschläger (Universität Luzern) und Irene Klissenbauer (Uni Wien) am 18. November.
Den Schlusspunkt im November setzt am 25. November der Wiener Theologe und Philosoph Johann Schelkshorn mit dem Thema Menschsein nach dem "Tod Gottes". Er knüpft dabei an Albert Camus an, der als bekennender, aber nicht "dogmatischer" Atheist, nach dem Zweiten Weltkrieg die Christen zum gemeinsamen Kampf gegen das Leid unschuldiger Menschen und für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft aufrief.