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28.11.2020

Kardinal Schönborn: Antisemitismus gefährdet das friedliche Zusammenleben aller

Kardinal Schönborn: "Antisemitismus darf bei uns keinen Platz haben. Er gefährdet das friedliche Zusammenleben von uns allen"

Vertreter der Katholischen Kirche haben auf den tätlichen Angriff auf einen Rabbiner in Wien mit Bestürzung reagiert und die Tat auf das Schärfste verurteilt. "Ich bin bestürzt über den gestrigen Angriff auf einen Rabbiner mitten in Wien und versichere unseren jüdischen Mitbürgern meine ganze Solidarität", erklärte Kardinal Schönborn am Freitag gegenüber Kathpress und via Twitter. "Antisemitismus darf bei uns keinen Platz haben. Er gefährdet das friedliche Zusammenleben von uns allen", hielt der Wiener Erzbischof fest. Neben Kardinal Schönborn hat auch Bischof Werner Freistetter als Vorsitzender der Kommission Weltreligionen der Bischofskonferenz den Angriff "aufs Schärfste verurteilt".

 

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"Wir stehen mit unseren jüdischen Schwestern und Brüdern zusammen", betonte der Militärbischof in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress und sagte: "Dieser traurige Vorfall unterstreicht die Wichtigkeit, alle kurz- und langfristigen Maßnahmen zu ergreifen, um dem Terror nachhaltig den Nährboden zu entziehen".

Der attackierte Rabbiner hatte sich am Donnerstag in einem Haltestellenbereich in Wien-Landstraße aufgehalten, als die ihm unbekannte Frau auf ihn zukam und ihn antisemitisch beschimpfte und auch bedrohte. Dabei hielt sie ein Messer in der Hand, das sie aus ihrer Handtasche entnommen hatte. Nachdem die Unbekannte dem Mann gegen das Bein trat und dessen Hut vom Kopf schlug, entriss sie seine Kippa und flüchtete zu Fuß. Laut Polizei gab der Mann an, nicht verletzt worden zu sein. Für den tätlichen Angriff auf den Rabbiner gebe es aktuell keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund, teilte das Innenministerium gegenüber der APA am Freitag mit.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch bezeichnete am Donnerstag den Angriff als "verstörenden Vorfall", der viele Menschen verunsichert habe. "Doch die jüdische Gemeinde wird sich nicht einschüchtern lassen", sagte er via Twitter. Der angegriffene Rabbiner, der glücklicherweise unverletzt geblieben sei, werde in vollem Ausmaß durch die IKG unterstützt.