Am Montag, 22. März, dem im Hochfest des heiligen Benedikt, findet im Rahmen eines Gottesdienstes die offizielle Amtsübergabe von Abt Johannes Jung an seinen Nachfolger Nikolaus Poch statt: Dabei werden Abt Nikolaus der Schlüssel des Klosters und das Siegel des Schottenstiftes überreicht und die Mitbrüder geben ihm ihr Treueversprechen, wie das Stift am Donnerstag mitteilte. Corona-bedingt kann die Amtsübergabe nur in kleinem Rahmen stattfinden. Auch ein Termin für die Abtsbenediktion steht derzeit noch nicht fest. Man sei aber zuversichtlich, dass diese im Herbst in größerem Rahmen werde stattfinden können, hieß es.
P. Nikolaus Poch wurde Ende Jänner von den Mitbrüdern zum neuen Abt gewählt. Die Amtszeit beträgt 12 Jahre. Poch wurde 1965 in Wien geboren, trat 1985 ins Schottenstift ein und legte 1989 die ewige Profess ab. 1994 wurde er zum Priester geweiht. Von 1999 bis 2018 war Poch Pfarrer in der Schottenpfarre. Zuletzt war er Pfarrer von Sankt Ulrich und zugleich als Novizenmeister tätig.
Von Herzen gerne würden man die Amtsübergabe in einem größeren Rahmen begehen, die Pandemie mache dies aber unmöglich, so der bis 22. März noch amtierende Abt Johannes Jung. Da die Zahl jener, die an einem Gottesdienst teilnehmen dürfen, streng limitiert ist, könnten an dieser Feierlichkeit neben dem Konvent nur geladene Gäste aus den Betrieben des Klosters und eine kleine Vertretung der Gottesdienstgemeinde teilnehmen. Vielleicht bestehe aber schon beim "Tag der Schottenpfarren" am 5. Juni die Möglichkeit, mit Abt Nikolaus zu feiern.
Die Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" in der Wiener Innenstadt wurde von den Babenbergern gegründet: 1155 berief Herzog Heinrich II. Jasomirgott iro-schottische Mönche aus der Regensburger Benediktinerabtei St. Jakob nach Wien. Obwohl der Name Schottenstift eine Verbindung mit Schottland nahe legt, kamen die ersten Mönche vor allem aus Irland.
Die irische Herkunft ließ die Mönche bei der Wiener Bevölkerung - trotz allem, was sie für die Stadt leisteten - immer wieder als Fremdkörper erscheinen. Dies führte letztlich dazu, dass im Jahre 1418 Abt Thomas III. (1403-1418) resignierte und mit den restlichen Mönchen Wien verließ und in die Mutterabtei nach Regensburg zurückkehrte. Noch im selben Jahr wurde das leer stehende Gebäude unter der Führung von Abt Nikolaus III. von Respitz (1418-1428) von Benediktinern der Abtei Melk neu besiedelt. Der Name "Schotten" blieb jedoch bis heute erhalten.
Zu den Angeboten und Aufgabengebieten des Schottenstiftes zählen u.a. die geistliche Betreuung und Begleitung der Pfarrseelsorge vor allem in der Schottenpfarre, aber auch in weiteren Pfarrgemeinden der Erzdiözese Wien, das traditionsreiche Schottengymnasium, das "Benedictus-Haus" mit einer Frühstücks-Pension für zahlende Gäste, ein Jugendzentrum im "Jugendkeller" sowie eine Vielzahl kultureller Aktivitäten. (Infos:
www.schotten.wien)