Die christliche Hoffnung auf die Auferstehung hat Kardinal Christoph Schönborn in den Mittelpunkt seiner Predigt bei der Maria-Namen-Feier am Sonntag im Wiener Stephansdom gestellt. Er erinnerte an Kardinal Franz König, der sich für sein Requiem 2004 den Schluss des "Te Deums" von Anton Bruckner gewünscht hatte, mit dem bezeichnenden Text: "In te Domine speravi non confundar in aeternum - Auf dich Herr habe ich gehofft ich, deshalb werde ich in Ewigkeit nicht zuschanden."
Aus dieser Hoffnung und Glaubensgewissheit heraus hätten schon so viele Menschen auch schweres Leid ertragen und angenommen, so der Wiener Erzbischof: "Das Leid ist nicht das letzte, sondern die enge Tür in das ewige Leben. Gott will, dass wir auferstehen."
Zugleich rief der Kardinal zum Mitgefühl mit dem Leid anderer auf. "Nur wer mitfühlen kann, ist wirklich menschlich." Schönborn erinnerte in diesem Zusammenhang etwa an das Leid unzähliger Menschen, meist Frauen, die vom Menschenhandel betroffen sind. "Das spielt sich auch hier unter uns in Österreich ab", zeigte sich der Kardinal entsetzt.
Schönborn erinnerte zudem auch an die jüngste Jahrestagung der Mitglieder des International Catholic Legislators Network (ICLN) in Frascati bei Rom. Die Parlamentarier aus aller Welt hatten dort u.a. das unvorstellbare Leid der Strafgefangenen weltweit thematisiert. In vielen Ländern ohne rechtsstaatliche Systeme müssten Häftlinge unvorstellbares Leid und Elend erdulden, sie seien "in schrecklichen Gefängnissen, die wirklich eine Hölle sind, Misshandlungen und Willkür ausgesetzt", warb der Kardinal um mehr Aufmerksamkeit für diesen untragbaren Zustand.
Zur Beschränkung der Teilnehmerzahl wurde das Programm der Maria-Namen Feier auch heuer an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Samstag und Sonntag) durchgeführt und auf dem YouTube-Kanal der Erzdiözese Wien live übertragen. Der Wiener Erzbischof stand dem Gottesdienst am Sonntag vor. Am Samstag hatte Erzbischof Franz Lackner die Feier geleitet.
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